In der Region Wipptal bzw. KEM „Klimafit Wipptal“ wird ein Evaluierungs- und Umsetzungsprojekt entwickelt, das einerseits die Energieeffizienz der gemeindeeigenen Sportstätten systematisch erhebt und bewertet und andererseits konkret prüft, ob Energiegemeinschaften (EEG/BEG) – etwa in Kooperation mit bestehenden Modellen in Tirol – wirtschaftlich und organisatorisch sinnvoll aufgebaut werden können. Ziel sind konkrete Optimierungsvorschläge für die kommunale Sportinfrastruktur. Das vorliegende Projekt ist ein vorbereitendes innovatives Kooperationsprojekt zwischen Gemeinden, dem Regionalmanagement, Vereinen (Sportvereine) und ggf. regionalen Energiegenossenschaften mit einem starken Bottom- up- Charakter und Modellwirkung für andere Infrastrukturen. Es leistet einen Beitrag zu Klimaschutz, regionaler Wertschöpfung und Stärkung des sozialen Zusammenhalts durch Einbindung der regionalen relevanten Akteure als Multiplikatoren. Zu diesem Zweck wird ein Kommunikationskonzept am Beispiel Klima- Energie- Modellregion für das Wipptal ausgearbeitet und begleitend umgesetzt.
Übergeordnetes Ziel:
Reduktion der Betriebsenergiekosten und Treibhausgasemissionen der wichtigsten gemeindeeigenen Sportstätten im Wipptal durch Effizienzmaßnahmen und Vorbereitung von ein oder mehreren Energiegemeinschaften.
Spezifische Ziele:
· Systematische Erhebung und Analyse des Energieverbrauchs und der technischen Ausstattung der priorisierten Sportstätten (Schwimmbad Steinach, Eishalle Steinach, Fußballplätze Steinach, Schmirn, Navis, Matrei, Trins, weitere nach Auswahl).
· Entwicklung eines Evaluierungsmodells (Kennzahlen, Benchmarks, Szenarien) zur Beurteilung von Effizienzpotenzialen und der Eignung für EEG/BEG‑Modelle.
· Prüfung von mindestens 2–3 konkreten EEG‑Szenarien (z.B. „Sportstätten‑EEG Steinach/Matrei“, „Seitentäler‑EEG für Fußballplätze“, Anbindung an bestehende Genossenschaften in Tirol).
· Ableitung von umsetzungsreifen Handlungsempfehlungen inkl. Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und Fahrplan für Investitionen und Organisationsaufbau.
· Pro-Aktive begleitende Bewusstseinsbildung zum Klimaschutz, Energieeffizienz und ähnlicher Themen durch Einbindung der Gemeinden in ein Kommunikationskonzept am Beispiel Klima- Energie- Modellregion für das Wipptal.
Projektmanagement
Das Projekt wird fachlich durch ein internes Projektmanagement begleitet. Zu den Aufgaben zählen:
1. Auswahl von 6–10 prioritären Sportstätten nach Kriterien wie Energieverbrauch, Nutzungshäufigkeit, räumliche Bündelung, PV Potenzial und EEG Eignung; mindestens: Schwimmbad Steinach, Eishalle Steinach, zentrale Fußballplätze der Gemeinden.
2. Sammlung vorhandener Energiedaten (Strom, Wärme, Wasser) der letzten 2–3 Jahre inkl. Informationen zu Anlagen (Heizung, Lüftung, Beleuchtung, PV, E Ladeinfrastruktur).
3. Abstimmung mit Bürgermeistern, Gemeindewerken, Vereinen und bestehenden bzw. geplanten EEG Akteuren (z.B. Raiffeisen Energiegenossenschaften).
4. Koordination der Ausschreibung bzw. Angebotseinholung, Bewertung der Angebote, Vergabebegleitung
5. Koordination und Begleitung der Umsetzung des Evaluierungsmodells, sowie begleitende Gespräche mit den Gemeinden zu umsetzungsreifen Handlungsempfehlungen
6. Begleitung im Aufbau der öffentlichen Darstellung, Einbindung der Gemeinden in ein Kommunikationskonzept und pro- aktive Bewusstseinsbildung
Datenerhebung, Messtechnik und Evaluierung
Die Evaluierung und Auswertung wird fachlich durch eine/n externe/n Messtechniker/in begleitet. Zu den Aufgaben zählen:
1. Temporäre Messung von Lastgängen (Strom/Wärme), insbesondere bei Schwimmbad und Eishalle sowie ausgewählten Fußballplätzen, um Lastspitzen, Grundlast und zeitliche Profile zu erfassen.
2. Grobe Erfassung baulicher und anlagentechnischer Parameter (Baujahr, Dämmstandard, Technikzustand) zur Einordnung von Effizienzpotenzialen.
3. Aufbau eines Bewertungsmodells, das folgende Dimensionen umfasst:
a. Status quo Energieeffizienz (Kennzahlen, Vergleichswert, CO₂ Emissionen).
b. Technische Maßnahmenpotenziale (z.B. LED Umrüstung, Regelungsoptimierung, Wärmerückgewinnung, PV Nachrüstung, Speicherlösungen).
c. EEG Eignung: Analyse der Lastprofile im Zusammenspiel mit vorhandener bzw. möglicher PV Erzeugung, möglicher Einbindung weiterer kommunaler Gebäude und privater Akteure.
4. Abgleich mit Erfahrungen und Standardmodellen bestehender Energiegemeinschaften und Sportvereins Initiativen in Tirol (Best Practice Screening über Tiroler EEG Plattformen, Landkarte der Energiegemeinschaften, ASVÖ Materialien).
5. Erstellung eines einfachen Rechentools (z.B. Excel Modell) zur Szenarienbildung (Investition, Förderkulisse, Eigenverbrauchsquoten, Kostenersparnis, Amortisationszeiten).
Ergebnis: Konsolidierter Datensatz je Sportstätte (Monitoring „Steckbrief“) als Grundlage für Modellierung und Szenarien; Dokumentiertes Evaluierungsmodell (Beschreibung, Kennzahlen, Berechnungslogik) und anwendbares Rechentool
Kommunikationskonzept
Die Entwicklung eines Kommunikationskonzeptes am Beispiel Klima- Energie- Modellregion Wipptal wird fachlich durch ein externes Projektmanagement, sowie Grafik/Layout/Druck begleitet. Zu den Aufgaben zählen:
1. Redaktionelle Bearbeitung eines Jahresthemas (Klimaschutz, Energieeffizienz, Mobilität, Klimawandelanpassung, Kreislaufwirtschaft, etc.) mit den Gemeinden und Einarbeiten in ein Gesamtkonzept.
2. Anpassung Grafik, Layout und Druck in eine Jahres- Regionsbroschüre des Planungsverbands Wipptal
