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Neubelebung Kurpark Steinach am Brenner
Kurzbeschreibung

Im Zentrum des Wipptals entsteht im Kurpark Steinach ein neuer lebendiger Wirtschaftsraum in Form einer dynamischen Infrastruktur, eine Mischung aus flexiblen Veranstaltungs- und Verkaufsständen sowie Shoppingmeile, die nicht nur die wirtschaftliche Lage der Gemeinde Steinach, sondern die Lebensqualität und Gemeinschaft vor Ort stärken soll. Dieser neue vielseitig nutzbare öffentliche Raum verbindet Erholung, Begegnung, Kultur und Handel – zugänglich für alle Altersgruppen, Vereine, Wirtschaft und Tourismus. In einem Maßnahmenpaket wird die bestehende Infrastruktur saniert und erweitert, Barrierefreiheit durch Wege, Spiel- und Aufenthaltsbereiche sowie öffentliche Toiletten gewährleistet. Durch den Bau eines multifunktionalen und minimalistischen Gebäudes in Holzkonstruktion entstehen viele neue Nutzungsmöglichkeiten zu allen Jahreszeiten und bei jeder Wetterlage. Besondere Beachtung wird dabei der Beschattung geschenkt.

Mehrwert

Ziel des Projekts „Neubelebung Kurpark Steinach am Brenner“ ist die Attraktivierung eines zentralen öffentlichen Raums, die Förderung von Gemeinschaft und Lebensqualität, die Unterstützung lokaler Wirtschaft und Vereine, die Ermöglichung vielfältiger, niederschwelliger Nutzung und ein Beitrag zur ökologischen, nachhaltigen Ortsentwicklung. Dies soll durch die Sanierung bestehender bzw. die Errichtung einer neuen multifunktionalen Infrastruktur im Kurpark Steinach am Brenner initiiert werden. Durch das Projekt werden folgende Zielgruppen erreicht: die Bevölkerung aller Generationen, lokale Vereine und Initiativen, Tourismus- und Wirtschaftspartner aus Steinach & Region Wipptal, Veranstalter kultureller und sozialer Events. Aus dem Kurpark entsteht ein „verstreutes Handelszentrum“: autofrei, offen, dezentral – mit regionalem Handel, Gastronomie, Kultur und Freizeitangeboten. Die Kernelemente sind eine Fußgängerpromenade mit flexiblen Verkaufs- & Veranstaltungsflächen. Diese können für viele verschiedene Zwecke benutzt werden. 

  • Direktvermarktung
  • Abendangebote
  • Plattform für lokale Wirtschaft: Automaten, Koch-Events, Sichtbarkeit für KMU & EPU
  • Thematische Nutzungsmöglichkeiten im Rahmen der Nacht der Wirtschaft, der Wipptaler Lehrlingsroute, der Neuauflage des Wipptaler Wirtschaftsfestivals in verkleinerter Version, Erweiterung bestehender Formate wie Sport und Fitness- Veranstaltungen 

Das Projekt „Neubelebung Kurpark Steinach am Brenner“ enthält 5 Maßnahmen, die durch den Neubau und die Bestandssanierung erreicht werden.

1. Wirtschaft & Regionalität

  • Errichtung von Kurzzeitläden, Verkaufsautomaten und Bauernmärkten als Plattform für lokale Produzenten.
  • Aufbau eines aktiven Netzwerkes regionaler Wirtschaftstreibender, um die Wertschöpfung vor Ort zu steigern und den stationären Handel wiederzubeleben. Das Netzwerk der regionalen Wirtschaftstreibenden hatte sich in unregelmäßigen Abschnitten zwischen 2018 – 2022 getroffen und einige Events geplant. Parallel zum vorliegenden Neubauprojekt wird auch das Netzwerk reaktiviert, gemeinsam mit den Raiffeisenbanken Wipptal – Stubaital Mitte als Initiatorin und Unterstützerin.

2. Kulinarik & Begegnung

  • Food-Events und After-Work-Formate
  • Vereins- und Unternehmensveranstaltungen

3. Kultur & Gemeinschaft

  • Open-Air-Veranstaltungen
  • lokale Initiativen u. kreative Projekte

4. Arbeit & Kreativität

  • Temporäre Ateliers u. Präsentationsflächen

5. Freizeit, Natur & Bewegung

  • Sportliche Angebote
  • Flexible Nutzung durch Vereine, private Gruppen und Unternehmen

Weitere Maßnahmen

  • Digitale Plattform zur Online-Buchung, Verwaltung und Bewerbung der Angebote; ein Belegungskalender erhöht die Transparenz und Planungssicherheit. Bestehende Formate wie das Wipportal können entsprechend genutzt und erweitert werden
  • Gemeindebeteiligung in der Startphase, später selbstverwaltete Einrichtung mit Service
  • Kooperation mit Tourismuspartnern und Firmen, regelmäßige Veranstaltungen und Workshops

Langfristiges wirtschaftliches Potenzial

Der Park wird so zur regionalen Wirtschaftsplattform und einem Treffpunkt für Einheimische und Gäste, was die Standortentwicklung, Sichtbarkeit und Attraktivität für Unternehmensansiedlungen und KMUs fördert. Die Präsentation regionaler Wertschöpfung, der Austausch zwischen Betrieben und Institutionen sowie die Stärkung von Vereins- und Dorfleben schaffen neue Synergien. Die niederschwellige Naherholung und qualitativ hochwertige Aufenthaltsbereiche im Zentrum erhöhen die Lebensqualität und machen den Standort für Kreative, Unternehmer und Gäste attraktiv.

Beschreibung

Steinach am Brenner liegt im Herzen des Wipptals und ist traditionell ein bedeutender Markt- und Durchgangsort an der Brennerstraße. Der Kurpark wurde historisch als zentraler Ort für Erholung und Begegnung angelegt und verfügt über einen ehrwürdigen Pavillon sowie großzügige Grünflächen mitten in der Marktgemeinde. In den letzten Jahren wurde der Park zwar genutzt, es fehlte ihm allerdings an überdachten Verkaufsständen und moderner Infrastruktur. Bereits in einem 2020 durchgeführten Online Bürgerbeteiligungsprozess des Regionalmanagements Wipptal äußerten die teilnehmenden Bürger:innen den Wunsch, in Steinach solle eine autofreie Fußgängerzone entstehen. Auch wurde die Notwendigkeit einer regionalen Wirtschafts- bzw. Handelsplattform betont. 2017 fand im Wipptal ein erstes großes Wirtschaftsfestival statt, das auch außerhalb der Leader Region auf großes Interesse stieß. 

Der Kurpark in Steinach bietet derzeit nur eingeschränkte Nutzungsmöglichkeiten. Veranstaltungen finden zwar regelmäßig statt, jedoch ist die Infrastruktur dafür unzureichend. Die Gästeverpflegung erfolgt provisorisch über temporäre Ausstattung. Eine dauerhafte, flexible Infrastruktur zur Nutzung fehlt bislang. Für die Bürger:innen, Gemeindevertreter:innen und Gewerbetreibenden aus Steinach, die 2024 und 2025 am Prozess der Revitalisierung des Kurparks Steinach teilnehmen, ist von zentraler Bedeutung, dass ein baulicher Eingriff nicht nur funktionale Verbesserungen bringt, sondern auch zu mehr Nachfrage und einer Wiederbelebung des Ortes führen kann. Die Gemeinde hat nun auf Basis einer Bürgerabstimmung den Entwurf des Architekten Alexander Gastager ausgewählt, der flexibel verwendbare Holzhütten, großzügige Vordächer und zusätzliche Spielflächen vorsieht.

Erfolgsbeispiele im städtischen wie ländlichen Bereich in ganz Europa zeigen auf, dass neue dynamische klimawandelangepasste Infrastrukturen, insbesondere flexible Shopping- und Veranstaltungsmeilen in Parks, als Kristallisationspunkt für eine lebendige Dorfgemeinschaft und wirtschaftliche Entwicklung funktionieren. Viele europäische Metropolen wie Kopenhagen mit der „Strøget“-Fußgängerzone, die aus mehreren verkehrsberuhigten Straßen besteht, verbinden Shopping, Gastronomie, Kultur und Märkte. Hier werden Bereiche wie Parks und offene Plätze flexibel für Veranstaltungen oder saisonale Märkte genutzt. Auch in London gibt es zahlreiche Shoppingmeilen, die durch flankierende Veranstaltungsbereiche und Marktflächen, etwa am Borough Market nahe der London Bridge, einen urbanen Treffpunkt schaffen.

Im ländlichen Raum oder in mittelgroßen Städten sind dynamische Park- und Marktkonzepte ein Schlüssel zur Wiederbelebung von Dörfern: Im spanischen Hinterland unterstützen Konzepte wie Rooral und in Norditalien NATworking die Wiederbelebung entvölkerter Dörfer durch temporäre Veranstaltungen, flexible Marktplätze, Co-Living- und Verkaufsstrukturen in Parks. Der Naturpark Neckartal-Odenwald in Deutschland setzt auf sogenannte „Naturparkmärkte“ – flexible Verkaufsmärkte in Parks für regionale Produkte und Handwerk.

Die Gemeinde Steinach sprach mit Vertreter:innen der regionalen Wirtschaft, Kultur, Kulinarik und lud 2024 zu einem Architektenwettbewerb ein, mit dem Ziel, den Kurpark Steinach zu revitalisieren. 

Aus den Gesprächen und den Vorschlägen der Architekten lässt sich auf folgende Erfolgsfaktoren schließen:

  • Regionale Kooperation und Integration lokaler Produzenten und Unternehmen in Verkaufsmärkte und Eventflächen
  • Multifunktionale Infrastruktur, etwa Shoppingmeilen, die je nach Saison flexibel zu Veranstaltungsmeilen oder Bauern- und Wochenmärkten umgenutzt werden
  • Digitale Vernetzung und Vertrieb: Buchungsplattformen, digitale Nomadenzentren und Co-Living-Angebote
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