Im Rahmen seiner jüngsten Klausurtagung im Hotel Schneeberg in Ridnaun am 24.09.2026 hat der Planungsverband (PV) Wipptal unter dem Zusammenschluss der regionalen Bürgermeister wegweisende Beschlüsse gefasst. Neben klaren Positionen zu Windkraft und Verkehrsinfrastruktur standen wegweisende Meilensteine beim lückenlosen Radwegnetz, dem millionenschweren Glasfaser-Breitbandausbau sowie der Stärkung der regionalen Pflegestrukturen im Fokus.
Lückenloser Radweg von Innsbruck bis zum Brenner nimmt Form an
Gemeinsam mit Dipl.-Ing. (FH) Markus Hörtnagl von der Abteilung Landesstraßen und Radwege des Landes Tirol wurde der aktuelle Status für das Radwegnetz Innsbruck – Brenner analysiert. Während das nördliche Teilstück von Innsbruck bis Matrei bereits größtenteils fertiggestellt ist, läuft die Planung für den Lückenschluss bis zum Brenner auf Hochtouren:
Erste Asphaltschichten liegen: Der Abschnitt zwischen Siegreith und Stafflach wurde planmäßig im Jahr 2026 asphaltiert, die weiteren Abschnitte folgen im Jahr 2027.
Konzept- und Einreichplanungen laufen: Für Schlüsselstellen wie den Anstieg am Sattelberg, die B182 bis zur Anschlussstelle Brenner sowie die Anschlussstelle Brennersee wurden die Detail- und Einreichplanungen bereits offiziell beauftragt.
Fokus Stafflach – Gries: Für diese Trassenführung entlang der B182 starten zeitnah die Gespräche mit den Grundeigentümern.
Digitalisierungsschub: 1,6-Millionen-Euro-Projekt für das Wipptaler Glasfaser-Backbone
Das Großprojekt mit einem Investitionsvolumen von 1,6 Millionen Euro wird gemeinsam vom PV Wipptal (Kostenanteil: rund 936.000 Euro), Matrei und Steinach getragen und sichert sich eine Förderquote von bis zu 75 %.
Baufortschritt: Nach erfolgreichen Mitverlegungen im Zuge von Tiefbauarbeiten in Matrei und Steinach (2025) sowie Kooperationen mit IKB und Tinetz im Raum Mauern (2026) startet 2027 der weitere Ausbau zw. Siegreith und St. Jodok sowie die Errichtung der zentralen Ortszentrale in Steinach am Brenner. Die finale Endsanierung und der Projektabschluss sind für 2028 fixiert.
Daseinsvorsorge: Stabiles Pflegenetzwerk und Ruf nach Ausbau der Tagesbetreuung
Die Bürgermeister zogen eine detaillierte und positive Bilanz über die regionalen Pflege- und Betreuungsstrukturen (Sozialsprengel, SoDiWi, s'Lebensplatzl). Während die Langzeit-, Kurzzeit- und mobile Pflege aktuell stabil laufen und die Ferienbetreuung hervorragend funktionierte, sieht der Planungsverband akuten Handlungsbedarf bei den Tagesbetreuungsstrukturen und durch den steigenden Bedarf ein zielgerichteter Ausbau als notwendig.
Windkraft im Wipptal als „nicht sinnvoll und nicht möglich“ eingestuft
Der Planungsverband bekräftigte mehrheitlich seine grundsätzliche Technologieoffenheit bei erneuerbaren Energien und den Ausbau der regionalen Wasserkraft. Dem Thema Windkraftanlagen erteilten die Bürgermeister für die Region jedoch eine Absage. Angesichts der strengen behördlichen Natur- und Landschaftsschutzverfahren – insbesondere vor dem Hintergrund der schützenswerten Bergsteigerdörfer, Natura-2000- und Landschaftsschutzgebiete – sieht der Verband hier keine realistischen Umsetzungschancen.
Forderung nach Bürokratieabbau bei Wasserbau und Naturschutz
Sorge bereitet den Gemeinden die ausufernde Auflagenflut bei öffentlichen Infrastrukturprojekten sowie der Sanierung historischer Bauwerke (z. B. alte Mühlen). Kritisiert wurden die immens hohen Planungskosten im Vorfeld, die ohne Genehmigungsgarantie anfallen. Hierzu werden im November Spitzenvertreter des Landes und der Wildbachverbauung zu einer Sondersitzung geladen.
Strikter Kurs bei der Verkehrsfinanzierung
Einstimmig wurde beschlossen, dass sich der Planungsverband Wipptal finanziell nicht an infrastrukturellen Maßnahmen beteiligt, die in das Hoheitsgebiet von Land, Bund oder anderen Betreibern (ASFINAG, ÖBB) fallen. Um die regionalen Verkehrsinteressen dennoch strategisch voranzutreiben, wurde eine neue „Arbeitsgruppe Verkehr“ gegründet.

